Spieltagsblog #23

24. Spieltag 15.12.2024

Am dritten Advent konnten abermals die Moskitos aus Essen am heimischen Pferdeturm begrüßt werden. Wie schon so oft in dieser Saison, blickten einige geneigte Stammgäste der Nordkurve skeptisch auf die bevorstehende Aufgabe, sahen die kürzlichen Ergebnisse seit dem Derbysieg gegen die Nordvorstädter doch eher durchwachsen aus. Auch beim letzten Aufeinandertreffen mit den Mücken ging der Sieg in den tiefen Westen der Nation. Nichtsdestotrotz versammelten sich bereits Stunden vor Bully einige kampf- und trinkmutige Hannoveraner in einer Lokalität, um sich auf den Spieltag einzustimmen.

Vorher sei jedoch zu erwähnen, dass im Zuge dieses Spieltages Spruchbänder mit Worten in Richtung Düsseldorf vorbereitet worden sind. Dort kam es nach handfesten Auseinandersetzungen beim Derby gegen die Kölner zur Aussprache von 98 Stadionverboten seitens der DEL. Es kann wohl getrost von einer Kollektivstrafe der Liga gegen unliebsame Fans gesprochen werden. Eine Art der Sanktion, die sich über deutsches Recht und gar das Grundgesetz hinwegsetzt, wollen wir im Eishockey nicht haben. Und was im rheinischen Land passiert, könnte genauso im Königreich Hannover angewendet werden. Um also schon einmal vorwegzugreifen: Anfang des zweiten Drittels der Partie wurden die Tapeten mit der Aufschrift „Gegen Kollektivstrafen und Verbandswillkür – in D’Dorf und sonstwo“ in der Nordkurve gezeigt. An dieser Stelle Kraft an alle, die draußen bleiben müssen!

Nun aber von Anfang an hinein ins Getümmel. Da der Bus der Ruhrpottler die Inspektion wohl einmal zu selten besucht und sich auf dem Weg in das Herz Niedersachsens zu einer spontanen Fehlfunktion hat hinreißen lassen, begann die Partie mit einer halben Stunde Verzögerung. Unser Kapitän Phillip Messing fürchtete deshalb wohl eine Kollision mit Anschlussterminen und so zog er die Reißleine und ließ sich nach gerade einmal 20 Sekunden wegen eines ansehnlichen Ellenbogenchecks mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe vom Eis stellen. Da es bei den Kriegern aus dem Indianerland leider häufig zu Irritationen kommt, wenn gerade einmal nicht mit fünf gegen fünf gespielt wird, dauerte es auch nur weitere sechs Sekunden, bis Alexey Dmitriew für die Moskitos zum 0:1 einnetzen konnte. Das ging ja gut los.

Im Anschluss entwickelte sich eine hitzige und ziemlich raue Partie. Es scheint, als seien die Essener seit dem Wegfall der Schwerindustrie körperlich dermaßen unterfordert, dass dies nun auf den Eisflächen der Republik kompensiert werden muss. Diverse Strafzeiten folgten, jedoch konnte Tino Metsävainio vor Ende des ersten Drittels mit einem Treffer den Spielstand wieder egalisieren. Nebenbei bemerkt, war das sein erster Treffer bei fünf gegen fünf in der gesamten Saison.

Nachdem Anfang des zweiten Drittels die Ruhrpottler wieder auf 1:2 erhöhen konnten, war jedoch die Zeit des ECH gekommen. Varttinen, Bappert, Wolter und Robin Palka netzten eindrucksvoll noch fünf Buden ein, sodass man mit einem komfortablen 6:2 aus dem Drittel stolzierte. Besagter Palka erhöhte im letzten Spielabschnitt direkt auch auf 7:2 und sorgte damit für weitere Ekstase auf der Nord. Manchmal klappt eben doch mal was, wie man sich das vorstellt. Die Moskitos fanden zwischenzeitlich zwar wieder ihre Linie, die Indianer vom Pferdeturm waren jedoch eine Übermacht und so stand es nach 60 Minuten sogar 9:5! Auch Tim Krüger und Neuzugang Aleksi Halme durften noch einmal ran und rundeten den Abend ab.

Um die gesehenen 14 Tore zu verarbeiten, zog es einige nach dem Spiel noch an den lokalen Kiosk und man ließ den Abend mit einem guten Gefühl im Bauch ausklingen.

[Andi Theke]